5.1.2
Autorisierte Namensform
Ortsarchiv Gemeinlebarn
5.1.3
Parallele Namensform
—
5.1.5
Art der Institution mit Archivbeständen
Privatarchiv; Archiv von Verbänden und Vereinen
5.2.1
Standort und Adresse
5.2.2
Telefon, Fax und E-Mail
Jakob Vesely, Alois Graf, Anton Linzbauer
5.3.1
Geschichte der Institution mit Archivbeständen
Im November 1985 wurde auf Initiative des
damaligen Direktors der Volksschule Gemeinlebarn, Alois Graf, eine
Ausstellung mit dem Titel Schaufenster in die Geschichte unseres
Ortes
im Schulgebäude veranstaltet. Die damals von der
Bevölkerung zur Verfügung gestellten Inhalte (Dokumente, Fotos, Pläne,
etc.) wurden nach der Veranstaltung zu einem großen Teil der Schule
überlassen und begründeten damit den initialen Bestand des in der Schule
angesiedelten Archivs. Über die Zeit wurde diese Sammlung laufend
erweitert. Mit der Pensionierung von Alois Graf im Jahr 2012 wurde
beschlossen das Archiv in das kurz zuvor neu erbaute Feuerwehrhaus zu
übersiedeln, in dem bereits bei der Planung ein Archivraum vorgesehen
wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt, war die Sammlung als solche nicht
öffentlich bekannt und hatte somit auch keinen Nutzen für interessierte
Personen. Von 2013 bis 2020 wurde die vorhandene unstrukturierte
Sammlung neu gegliedert, das Archivgut bis auf Dokumentenebene
katalogisiert und rund 95% des Bestandes komplett digitalisiert. Nachdem
die Katalogisierung der Sammlung im Jahr 2016 abgeschlossen war, wurde
parallel damit begonnen neues Archivgut zu erschließen und die
Digitalisate einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen
(Präsentationen sowie eine Online-Plattform).
5.3.2
Geografischer und kultureller Kontext
Die Ortschaft Gemeinlebarn ist eine
Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Traismauer im niederösterreichischen
Städtedreieck Krems – Tulln – St. Pölten. Der Name des Ortes leitet sich
aus dem althochdeutschen Wort für Grabhügel lewer
ab und bedeutet
so viel wie Leute, die bei Grabhügel wohnen
. Es handelt sich um
ein sehr altes Siedlungsgebiet, dessen Zivilisationsspuren bis in die
Jungsteinzeit reichen und auch zur Römerzeit gilt das Ortsgebiet, durch
welches der Verlauf einer Römerstraße führte, als besiedelt. Nach einer
Periode der Völkerwanderung, wird der Ort im 10. oder 11. Jahr-hundert
von Salzburg aus erneut besiedelt. Die Häuser Gemeinlebarns sind in
Folge bis ins 19. Jahrhundert verschiedenen Herrschaften untertänig,
1822 gehört der Ort zur Stiftsherrschaft Herzogenburg. Mitte des 19.
Jahrhunderts erfolgt sodann die Bildung der Ortsgemeinde, welche mit dem
Jahr 1971 in die Stadtgemeinde Traismauer eingemeindet wird. Der Ort
Gemeinlebarn stellt noch bis weit ins in die zweite Hälfte des 20.
Jahrhundert ein durch Agrarwirtschaft geprägtes Dorf dar.
Das Ortsarchiv Gemeinlebarn sieht sich als primäre Organisation für die
umfangreiche Dokumentation und Publikation dieser Ortsgeschichte im
Sinne der Public History
zuständig. Dabei dient das Archiv auch
als die zentrale Anlaufstelle und als Ansprechpartner für die Übernahme
und Erschließung von neuem Archivgut sowie jedweder Recherchen rund um
den Ort.
5.3.3
Mandate/Rechtsgrundlagen der Kompetenzen
Beim Ortsarchiv Gemeinlebarn handelt es sich um
eine private Sammlung. Ein institutionelles Mandat ist nicht vorhanden.
Die Nutzung des Archivraums im Feuerwehrhaus Gemeinlebarn basiert auf
einer Vereinbarung mit der Freiwilligen Feuerwehr Gemeinlebarn aus dem
Jahr 2012.
Eine Benutzungsordnung befindet sich aktuell in Ausarbeitung.
5.3.4
Verwaltungsstruktur
Das Archiv ist grundsätzlich als ein 3-Personen-Archiv ohne
institutionelle Verbindung zu sehen. Die Führung und Verwaltung des
Archivs obliegt Alois Graf, Anton Linzbauer und Jakob Vesely, welche das
Archiv seit dem Jahr 2013 führen.
5.3.5
Records Management/Schriftgutverwaltung und Akzessionspolitik
Das Archiv ist bemüht seine Sammlung basierend
auf folgenden Zielen laufend zu erweitern:
- Dokumente aller Medientypen mit direktem Bezug zum Ort,
besonders solche mit öffentlichem Charakter
- Persönliche Dokumente von Familien, die das öffentliche Leben in
Gemeinlebarn maßgeblich mitgestaltet haben
- Literatur und Fotos zur Urgeschichtlichen Erforschung
Das Archiv befindet sich im Obergeschoss des
Feuerwehrhauses in Gemeinlebarn (Ortsstraße 10, 3133 Gemeinlebarn). Ein
dort befindlicher 14m2 großer Raum wird als Archivdepot benutzt.
Das Haus selbst verfügt im Obergeschoss auch über einen großen Saal für
Vorträge und Präsentationen, sowie weiteren Aufenthaltsmöglichkeiten,
die vielseitig genutzt werden können.
5.3.7
Archivbestände und Sammlungen
Die Archivbestände gliedern sich in fünf große
Bestandgruppen:
- Bestandsgruppe Sammlungen zur Ortsgeschichte
(Hauptsammlung, Zeitungssammlung, Urgeschichtliche Sammlung)
- Bestandsgruppe Sammlung Medien
(Dia-Archiv, VHS-Archiv, Fotosammlung Datzinger)
- Bestandsgruppe Dokumentationsprojekte
- Bestandsgruppe Privat- und Familienbestände
- Bestandsgruppe Institutionsbestände
Insgesamt verfügt das Archiv über rund 11.000 Einzelstücke.
5.3.8
Findmittel, Archivführer und Publikationen
Die zentrale Verwaltungs- und Rechercheplattform
stellt das eigens für das Ortsarchiv Gemeinlebarn entwickelte
Online-Findbuch dar, das allerdings nur mit Zugangsdaten genutzt werden
kann:
https://findbuch.ortsarchiv-gemeinlebarn.org
Physischer Zugang zum Archiv ist nur nach
vorheriger Terminvereinbarung möglich (siehe Kontaktpersonen).
Durch seinen hohen Digitalisierungsgrad können viele Inhalte aber auch
Remote über das Online-Findbuch eingesehen werden. Dieses ist von den
Öffnungszeiten unabhängig erreichbar.
5.4.2
Zugangs- und Benutzungsbedingungen
Für die Nutzung des Online-Findbuchs ist eine Registrierung und
Freischaltung notwendig.
Eine Benutzungsordnung befindet sich aktuell in Ausarbeitung.
Gemeinlebarn verfügt über eine eigene
Bahnhaltestelle, die über den Bahnhof Tullnerfeld auch an die Westbahn
angeschlossen und somit öffentlich gut erreichbar ist. Zusätzlich
befinden sich Parkplätze direkt vor dem Gebäude.
5.5.1
Dienstleistungen für die Forschung
Durch seine Beschreibungstiefe bis auf die Ebene
der Dokumente eröffnet das Findbuch den Forscher*innen eine präzise
Suchmöglichkeit. Des Weiteren können viele Dokumente im Volltext
durchsucht werden. Die gewinn-bringende wissenschaftliche Nutzung ist
aufgrund der Monothematik des Archivs – die Ortschaft Gemeinlebarn –
wohl nur in geringer Fallzahl möglich.
Das Archiv verfügt speziell im Bereich der Urgeschichte über eine breite
Sammlung, von einschlägiger Forschungsliteratur bis hin zu umfangreichen
Dokumentationen der archäologischen Tätigkeiten seit 1885. Dieser
Bereich kann auch für die breite Forschung aufgrund ihrer umfangreichen
Zusammenstellung von Bedeutung sein.
5.5.2
Reproduktionsmöglichkeiten
Aufgrund des hohen Digitalisierungsgrads können
viele Dokumente ohne wenig Aufwand als Digitalisate zur Verfügung
gestellt werden. Sollte bedarf an physischen Kopien bestehen, können
diese in Absprache erstellt werden. Die angefallenen Kosten werden in
diesem Fall weiterverrechnet.
5.5.3
Öffentliche Bereiche
Nicht vorhanden
5.6.1
Identifikator der Verzeichnungseinheit
AT-OAG ISDIAH
5.6.2
Identifikator der Institution
AT-OAG
5.6.3
Angewandte Regeln und/oder Konventionen
ISDIAH
5.6.6
Daten der Erstellung, Überarbeitung oder Löschung
Erstellung durch Jakob Vesely, 25.10.2022;
1. Überarbeitung durch Jakob Vesely, 07.12.2022
2. Überarbeitung durch Jakob Vesely, 10.02.2023
3. Überarbeitung durch Jakob Vesely, 10.07.2023
5.6.7
Sprach(en) und Schrift(en)
Deutsch, Latein
5.6.9
Angaben zu Aktualisierungen
Letzte Aktualisierung: Jakob Vesely, 10.07.2023